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Auszug aus der IVZ v. 18.06.2002 Nr. 138 * 25. Woche IBB3

Eine Ärztin kümmert sich um 7000 mittellose Patienten

DRK brachte Hilfsgüter nach Lettland / Freude über ausrangierten Behindertentransporter



Dr. Artur Wilkens (r.) überreichte gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Ibbenbürener Delegation die Schlüssel für den Transporter an die Leiterin der Behindertenschule.
 

Tecklenburger Land * Nach einer Woche ist der Hilfsgüterkonvoi des DRK Kreisverbandes Tecklenburger Land, der 27. Hilfstransport insgesamt, wieder in Ibbenbüren eingetroffen.
Anstrengende und erlebnisreiche Tage liegen hinter der siebenköpfigen DRK-Gruppe unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Artur Wilkens. Nach 46stündiger Anreise wurden, so das DRK in einer Pressemitteilung, in den Orten Bergi und Incukalns die Hilfgüter abgeladen.
In den kommenden Tagen und Wochen werden sie durch das Lettische Rote Kreuz an bedürftige Familien verteilt, von denen die DRK-Mitglieder aus dem Tecklenburger Land während ihres Aufenthaltes einige persönlich kennen lernten. "Das ist idividuelle Hilfe für die Ärmsten der Armen. Wir waren zum Teil trotz unserer Vorkenntnisse entsetzt über die Umstände, in denen dort ganze Großfamilien leben", so Dr. Wilkens. In den folgenden Tagen wurden in verschiedenen Städten und Dörfern soziale Einrichtungen besucht und spezielle Sachspenden übergeben. In Malpils wurde ein durch den "Inner Wheel Club Rheine" vermittelter Elektrorollstuhl an einen beiderseits beinamputierten Bewohner des dortigen Seniorenheims übergeben - eine unermessliche Verbesserung seiner Lebensqualität. Anschließend hatte die DRK-Gruppe Gelegenheit, eine in dieser ländlichen Region tätige Hausärztin kennen zu lernen, die für insgesamt 7000 meist mittellose Einwohner zuständig ist.
Obwohl schlecht bezahlt und miserabel ausgerüstet, beeindruckte sie die deutschen Gäste durch ihr hohes Engagement, das auch von den lettischen Rotkreuzmitarbeitern hervorgehoben wurde. Spontan wurde die Zusage gegeben, in Deutschland nach ausrangierten medizinischen Geräten wie EKG oder Ultraschall zu suchen, um ihre Arbeit zu unterstützen und die medizinische Versorgung zu verbessern. Die Suche danach hat beim DRK Tecklenmburger Land bereits begonnen.
Der nächste Termin führte zum Internat für körperbehinderte Schüler, dass in den vergangenen Jahren unter anderem durch die ausrangierten Betten der Jugendherberge Tecklenburg unterstützt wurde. Erfreut stellten die deutschen Besucher fest, dass diese Hilfsgüter ausnahmslos sinnvoll und zum Vorteil der Jugendlichen genutzt werden. Ein ausrangierter, jedoch voll einsatzfähiger Behindertentransporter des DRK Kreisverbandes Tecklenburger Land wurde der Leiterin des Internats übergeben und wird dort in Zukunft für Kranken-, Besorgungs- und Ausflugsfahrten genutzt.
Im Ort Krimulda stand der Besuch einer vom DRK finanzierten, mobilen Krankenschwester auf dem Programm. Zusammen mit freiwilligen Helferinnen des Lettischen Jugendrotkreuzes versorgt sie alleinstehende Senioren durch medizinische und psycho-soziale Betreuung. Im Waisenhaus von Baldone freute sich die deutsche Delegation über die gelungene Verarbeitung der im vergangenen Jahr gesendeten Materialien zur Renovierung der zuvor in katastrophalen Zustand befindlichen Sanitäranlagen. WC´s, Duschwannen, Fliesen und anderes Gerät wurde seitdem fachgerecht installiert und auch die gelieferte Farbe sorgt in den Bädern für die notwendige Hygiene. Als weitere Unterstützung der Einrichtung konnten Spielplatzgeräte und Fahrräder übergeben werden. 
Abschließend traf die Gruppe des DRK Tecklenburger Land den neuen Generalsekretär des Lettischen Roten Kreuzes. Im Rahmen des Gesprächs sicherten Dr. Wilkens und Wolfgang Peukert, Geschäftsführer des hiesigen DRK Kreisverbandes, Hilfe in Sach- und Organisationsfragen zu. 
Als die DRK-Gruppe nach einer 50stündigen Rückreise wieder in Ibbenbüren eintraf, waren alle Reisenden erschöpft aber zufrieden und sind nun, so Dr. Wilkens, "noch motivierter für zukünftige Hilfeleistungen".
Wer das DRK Tecklenburger Land durch Geld- oder Sachspenden unterstützen möchte oder weitere Informationen wünscht, wende sich an die Lettlandhilfe unter 05451/5902-34.

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