Tecklenburger Land * Nach einer Woche ist der Hilfsgüterkonvoi
des DRK Kreisverbandes Tecklenburger Land, der 27. Hilfstransport insgesamt,
wieder in Ibbenbüren eingetroffen.
Anstrengende und erlebnisreiche Tage liegen hinter der siebenköpfigen
DRK-Gruppe unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Artur Wilkens. Nach 46stündiger
Anreise wurden, so das DRK in einer Pressemitteilung, in den Orten Bergi
und Incukalns die Hilfgüter abgeladen.
In den kommenden Tagen und Wochen werden sie durch das Lettische Rote
Kreuz an bedürftige Familien verteilt, von denen die DRK-Mitglieder
aus dem Tecklenburger Land während ihres Aufenthaltes einige persönlich
kennen lernten. "Das ist idividuelle Hilfe für die Ärmsten der
Armen. Wir waren zum Teil trotz unserer Vorkenntnisse entsetzt über
die Umstände, in denen dort ganze Großfamilien leben", so Dr.
Wilkens. In den folgenden Tagen wurden in verschiedenen Städten und
Dörfern soziale Einrichtungen besucht und spezielle Sachspenden übergeben.
In Malpils wurde ein durch den "Inner Wheel Club Rheine" vermittelter Elektrorollstuhl
an einen beiderseits beinamputierten Bewohner des dortigen Seniorenheims
übergeben - eine unermessliche Verbesserung seiner Lebensqualität.
Anschließend hatte die DRK-Gruppe Gelegenheit, eine in dieser ländlichen
Region tätige Hausärztin kennen zu lernen, die für insgesamt
7000 meist mittellose Einwohner zuständig ist.
Obwohl schlecht bezahlt und miserabel ausgerüstet, beeindruckte
sie die deutschen Gäste durch ihr hohes Engagement, das auch von den
lettischen Rotkreuzmitarbeitern hervorgehoben wurde. Spontan wurde die
Zusage gegeben, in Deutschland nach ausrangierten medizinischen Geräten
wie EKG oder Ultraschall zu suchen, um ihre Arbeit zu unterstützen
und die medizinische Versorgung zu verbessern. Die Suche danach hat beim
DRK Tecklenmburger Land bereits begonnen.
Der nächste Termin führte zum Internat für körperbehinderte
Schüler, dass in den vergangenen Jahren unter anderem durch die ausrangierten
Betten der Jugendherberge Tecklenburg unterstützt wurde. Erfreut stellten
die deutschen Besucher fest, dass diese Hilfsgüter ausnahmslos sinnvoll
und zum Vorteil der Jugendlichen genutzt werden. Ein ausrangierter, jedoch
voll einsatzfähiger Behindertentransporter des DRK Kreisverbandes
Tecklenburger Land wurde der Leiterin des Internats übergeben und
wird dort in Zukunft für Kranken-, Besorgungs- und Ausflugsfahrten
genutzt.
Im Ort Krimulda stand der Besuch einer vom DRK finanzierten, mobilen
Krankenschwester auf dem Programm. Zusammen mit freiwilligen Helferinnen
des Lettischen Jugendrotkreuzes versorgt sie alleinstehende Senioren durch
medizinische und psycho-soziale Betreuung. Im Waisenhaus von Baldone freute
sich die deutsche Delegation über die gelungene Verarbeitung der im
vergangenen Jahr gesendeten Materialien zur Renovierung der zuvor in katastrophalen
Zustand befindlichen Sanitäranlagen. WC´s, Duschwannen, Fliesen
und anderes Gerät wurde seitdem fachgerecht installiert und auch die
gelieferte Farbe sorgt in den Bädern für die notwendige Hygiene.
Als weitere Unterstützung der Einrichtung konnten Spielplatzgeräte
und Fahrräder übergeben werden.
Abschließend traf die Gruppe des DRK Tecklenburger Land den neuen
Generalsekretär des Lettischen Roten Kreuzes. Im Rahmen des Gesprächs
sicherten Dr. Wilkens und Wolfgang Peukert, Geschäftsführer des
hiesigen DRK Kreisverbandes, Hilfe in Sach- und Organisationsfragen zu.
Als die DRK-Gruppe nach einer 50stündigen Rückreise wieder
in Ibbenbüren eintraf, waren alle Reisenden erschöpft aber zufrieden
und sind nun, so Dr. Wilkens, "noch motivierter für zukünftige
Hilfeleistungen".
Wer das DRK Tecklenburger Land
durch Geld- oder Sachspenden unterstützen möchte oder weitere
Informationen wünscht, wende sich an die Lettlandhilfe unter 05451/5902-34. |