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IVZ Nr. 8 R IV 1
Ibbenbüren
Freitag, 10.01.2003
"Keiner muss sich schämen"Kleiderkammer versorgt Bedürftige mit gut erhaltenen Textilien
Die Auszubildenden beim DRK, Karen Esch (l.) und Julia Gerde zeigen eine Auswahl gut erhaltener Textilien in der Kleiderkammer des Roten Kreuzes. Foto: Klaus Rotte |
| -kr- Ibbenbüren. Der Gang zur Kleiderkammer des DRK Kreisverbandes
Tecklenburger Land, Groner Allee 27. fällt manchem Hilfsbedürftigen
nicht leicht. Doch: "Wer zu uns kommt, muss sich nicht schämen", bekräftigt
Johannes Hille, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des DRK.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten versorgt das DRK in Ibbenbüren Menschen in sozialer Not mit Kleidung - deretwegen sich ebenfalls niemand schämen müsse: "Es sind alles gut erhaltende, handverlesene Kleidungsstücke", versichert der DRK-Hauptamtliche. Dass keine fadenscheinigen Plünnen über den Tresen kommen, darüber wachen ehrenamtlich und zuverlässig seit Jahren die Eheleute Stafanie Mandecka und ihr Mann Aleksander Mandecki (in Polen heißt die Frau eben ein wenig anders). Das Ehepaar gibt nicht die Textilien aus, sondern nimmt die gespendeten entgegen und trennt bei Bedarf die Spreu vom Weizen. Das ist selten nötig: "Manchmal sind sogar noch original verpackte Kleidungsstücke dabei - weil dem Spender die Sachen selber nicht gefielen oder sie ihm schlicht nicht passten", berichtet Johannes Hille. Rund 1500 Menschen suchen pro Jahr die DRK-Kleiderkammer auf, die für sich oder ihre Familien Brauchbares suchen: "Das sind in der Regel Asylbewerber, Aussiedler, Sozialhilfeempfänger. Wir verlangen von niemanden den Nachweis seiner Bedürftigkeit. Wer zu uns findet, muss nicht auch noch beweisen, dass er arm ist", betotnt Johannes Hille. Mittwochs von 09:00 bis 11:00 und donnerstags von 14:30 bis 16:30 Uhr ist die Kleiderkammer des DRK geöffnet. Wer vom Kind bis zum Greis, darauf angewiesen ist, kann sich einkleiden von Kopf bis Fuß - vom Hut bis zum Schuh reicht das Angebot. Abgegeben wird nicht nach Stück sondern nach Kilo: Ein Kilogramm Textilien zum symbolischen Preis von 50 Cent. Mit dem Obolus will das DRK verhindern, dass jemand das Lager ausräumt und die Sachen selber verscherbelt. Kleiderspenden sind jederzeit - zu den Geschäftszeiten des DRK Kreisverbandes von 07:30 Uhr bis 16:30 Uhr - willkommen: "Wir sind darauf angewiesen, dass uns die Bevölkerung Sachen zur Verfügung stellt. Uns ist nicht damit geholfen, dass wir in den nächsten Tagen mit Textilien zugeschüttet werden - wichtiger ist und die regelmäßige Belieferung übers ganze Jahr." Denn auch im Sommer klopfen Bedürftige an die Kleiderkammer des DRK. |