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IVZ Nr. 237
R ST 1 Kreis Steinfurt
Montag, den 13.10.2003
MANV-Crash: Übung testet Konzept für den Ernstfall430 Helfer beim kreisweit größten DRK-Einsatz seit 20 Jahren.Von Achim Giersberg |
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Fotos: Achim Giersberg
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Hörstel/ Kreis Steinfurt Die Fahrt zum Fußballspiel endet in der Katastrophe: Zwei mit zusammen 100 Personen vollbesetzte Reisebusse stoßen frontal zusammen, zwei Autos rasen in die Unfallstelle. Ein Passant alarmiert um 8 Uhr die Kreisleitstelle in Rheine. Vier Löschzüge aus Hörstel treffen als erste an der Unfallstelle im Gewerbegebiet Hörstel am Birkenweg ein. Schnell merken die Helfer, dass sie diese Lage nicht alleine bewältigen können. Mehr als 50 Verletzte, viele davon schwerst verletzt, müssen geborgen werden (Anmerkung: richtig muss es heißen "gerettet werden"); sogar Tote hat es gegeben. Über die Kreisleitstelle fordern sie Verstärkung an. "Ein durchaus realistisches Szenario" befindet Kreis-Ordnungsdezernent Dr. Martin Sommer. 320 Einsatzkräfte von DRK, Polizei und Feuerwehr, dazu 110 Mimen (Verletztendarsteller), von denen die Hälfte Furcht erregend realistisch als Unfallopfer geschminkt ist, stellen sich an diesem Samstagmorgen der größten Katastrophenschutzübung der letzten 20 Jahre im Kreis Steinfurt. Erstmals bewähren muss sich das im Jahr 2000 entwickelte "MANV"-Konzept - eine Abkürzung für "Massenanfall von Verletzten". Stöhnen, Schreie, und überall Blut: Die Verletzten-Darsteller geben sich alle Mühe, die Lage möglichst dramatisch erscheinen zu lassen. Tatsächlich gelingt es ihnen einen Hauch jener Hektik und Adrenalinschübe aufkommen zu lassen, die im Ernstfall die Rettungsmannschaften aufs Äußerste fordern würden. Die Hörsteler Feuerwehrleute spulen derweil routiniert ihr Programm ab. Zuerst wird ein Löschschlauch ausgelegt - auslaufendes Benzin könnte sich entzünden, Autos und busse in Brand setzen. Dann öffnen sie die Bustüren, tragen erste Verletzte ins Freie, kümmern sich um die Auto-Insassen, bringen die Unverletzten zu einem Sammelplatz. Ein Hubschrauber landet, setzt den ersten Notarzt am Unfallort ab.
Derweil fomieren sich die von der Leitstelle alarmierten Einsatzeinheiten des DRK Kreisverbandes. Je zwei Einheiten des Kreisverbandes Tecklenburger (Land), West und Ost, und Steinfurt Süd und Nord, machen sich auf den Weg. Die meisten von Ihnen wissen, dass es zu einer Übung geht, obwohl das ganze Szenario unter strenger Geheimhaltung geplant worden war. "So etwas kann man nicht geheim halten" weiß Johannes Hille, stellv. DRK-Kreisgeschäftsführer. Und dennoch: Nervösität macht sich breit, als die ersten DRK-Wagen eintreffen, sich mühsam einen Weg über ein abgeerntetes Feld bahnen, dabei fast in der feuchten Erde stecken bleiben.
Immer mehr Helfer kümmern sich um die Opfer, richten sogenannte Verletzten-Ablagen ein, legen Infusionen an, decken wärmende Alu-Folie über die Menschen, füllenfür jeden Verletzten eine Meldekarte aus. An den direkten Abtransport der Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser ist in einem solchen Fall nicht zu denken - Erstversorgung und Stabilisierung müssen vor Ort geschehen. Mit geübten Handgriffen bauen die DRK-Helfer inzwischen eine regelrechte
kleine Zeltstadt auf dem Acker auf, werfen ein Notstromaggregat an. In
den Lazarettzelten entscheiden die Notärzte über die Schwere
der Verletzungen, sortieren nach Kategorien eins bis drei, von lebensgefährlich
bis leicht verletzt.
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