Beinahe-Ertrinken

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DRK Riesenbeck
Bei dem Einsatzstichwort "Beinahe-Ertrinken" mag jeder denken, es handele sich nicht um einen Notfall. Gemeint sind aber jene Ertrinkungsunfälle, bei denen die Person noch lebend gerettet wurde. Dass heißt, die Person wurde unmittelbar nach dem Ereignis sofort gerettet. Dabei ist aber nicht bekannt, wie weit der Ertrinkungsvorgang schon fortgeschritten war. Es ergeben sich jedoch Gefahren für die Person:
  • Aspiration von Wasser
  • Vagusreizung 
  • Hypothermie 
  • Erbrechen und dadurch Aspiration von Magensäure 
  • Spätkomplikationen in der klinischen Versorgung
Notruf
Wird ein Ertrinkungsunfall beobachtet oder von anderen gemeldet, ist zunächst ein Notruf abzusetzen. Erfolgt der Notruf nicht sofort und schlägt der Rettungsversuch fehl, so ist wertvolle Zeit verstrichen. 

Erstmaßnahmen
Nach der Rettung ist zu überprüfen, ob die Person bewußtlos = nicht mehr ansprechbar ist. Sieht die Person leblos aus und sind keine Lebenszeichen wie z.B. Atmung erkennbar, ist sofort mit Wiederbelebung und Herzmassage zu beginnen. 

Häufig sind aber Personen nach Beinahe-Ertrinken teilweise oder sogar ganz ansprechbar. Wegen der oben beschriebenen Gefahren müssen auch diese Personen in eine klinische Behandlung verbracht werden. Am besten wird die Person in Seitenlage gelagert. Bei Erbrechen Hilfe leisten und ständig Bewußtsein, Atmung und Puls (BAP) überprüfen.

Weitere Maßnahmen
Bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen ist eine Sauerstoffgabe wegen der möglichen Hypoxie sehr sinnvoll. Weitere Vitalparameter (R, RR, SaO2 , T, EKG) können ermittelt werden. Für Wärmeerhalt z.B. mit Rettungsfolie (gold/silber) sorgen.

Beenden des Einsatzes
Der Einsatz ist erst dann beendet, wenn der Patient an Notarzt und RTW-Besatzung übergeben wurde. Vielfach bleiben am Einsatzort aber beteiligte Angehörige zurück, die der Betreuung bedürfen. Je nach seelischem Zustand kann eine Notfallseelsorge (PSU, BNN) notwendig sein. Aber auch beteiligte Helfer können den Einsatz als belastendes Ereignis erleben. Hier ist dann eine Krisenintervention nötig.

Links:
http://www.anr.de/pdf/wissen/bibliothek/beinaheertrinken.pdf
 

Hinweise Anregungen und Anmerkungen werden zu diesem Beitrag gerne unter mailto:drk-ov-riesenbeck@gmx.de entgegen genommen.

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